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Chronik

Chronik der LAK Steiermark

Von den Anfängen bis heute – wie sich die gesetzliche Interessenvertretung der Arbeitnehmer/innen in der steirischen Land- und Forstwirtschaft entwickelte

Ergebnisse der bisherigen Landarbeiterkammerwahlen

Wahl am

Wahl-
berechtigte

Wahl-
beteiligung

Mandate
ÖVP-Liste(n)

Mandate
SPÖ-Liste(n)

16.11.1952

48.014

80 %

19

16

17.11.1957

42.383

87,15 %

21

14

8. - 15.11.19631)

40.735

92,49 %

22

13

31.3.1968

35.089

85,97 %

20

15

27.5.1973

31.417

79,34 %

23

12

4.6.1978

29.052

68,67 %

24

11

11.12.1983

  9.6092)

77,36 %

25

10

11.12.1988

8.372

74,69 %

27

8

11.12.1994

8.153

56,51 %

28

7

10./11.11.2000

8.026

55,38 %

   173)

  43)

7.12.20064)

8.921

50,25 %

17

4

6.12.2012

7.960

50,14 %

18

3

1) Wahl aufgehoben durch VfGH

2) Pensionisten erstmals nicht mehr wahlberechtigt

3) Vollversammlung erstmals auf 21 Mitglieder (vorher 35) verkleinert

4) Wahl erfolgte erstmals ausschließlich per Briefwahl; der 7.12. fixierte das Datum des Wahlschlusses und der Ermittlung des Wahlergebnisses

Bisherige Präsidenten und Vizepräsidenten

Präsident

In Funktion
von bis

Vizepräsidenten

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Alois Deimel

1950 bis 1952

Heinrich Leitner

Ing. Josef Spörk

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Gottfried Brandl

1953 bis 1971

Heinrich Leitner (bis 1963)

Fritz Maitzen (ab 1963)

Oskar Fleschner-Jetzer (1953 bis 1957)

Alois Deimel (1957 bis 1963, 1964 bis 1968)

Ferdinand Majer (1964)

Ing. Hans Schober (1968 bis 1971)

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Ing. Anton Nigl

1971 bis 1988

Fritz Maitzen

Alois Pöschl (bis 1980)

Karl Lenzbauer (1981 bis 1983)

Ing. Werner Vogl (ab 1984)

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Ing. Alfred Wahl

1988 bis 2000

Fritz Maitzen (bis 1988)

Ing. Werner Vogl (bis 1999)

Ing. Christian Mandl (ab 1999)

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Ing. Christian Mandl

17.5.2000

bis

15.12.2016

Ing. Hans Bischof (2000 bis 2006)

Heinz Fluch (2000 bis 2010)

Gerhard Kleinhofer (seit 25. Juni 2010)

Helga Bäck (2006 bis 2016)

Ing. Eduard Zentner (seit 1. Juli 2016)

Ing. Eduard Zentner

seit

15.12.2016

Gerhard Kleinhofer (bis 7. Juli 2017)

Isabella Kober (seit 15. Dezember 2016)

Sandra Mahr (seit 7. Juli 2017)

Bisherige Kammeramtsdirektoren

Adolf Leskovar

Adolf Leskovar

1950 bis 1958

Dr. Josef Eisenzopf

Dr. Josef Eisenzopf

1958 bis 1969

Dr. Hans Hafner

Dr. Hans Hafner

1969 bis 1998

Dr. Ingo-Jörg Kühnfels

Dr. Ingo-Jörg Kühnfels

1999 bis 2013

Mag. Johannes Sorger
(Foto: Thomas Fischer)

Mag. Johannes Sorger

seit 1. März 2013

 

 

Von den Wurzeln bis heute

Die Entwicklung der Steierm. Landarbeiterkammer zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen (Beitrag zur Festschrift anlässlich des Kammer-Jubiläums im Jahr 2000 von Kammeramtsdirektor Dr. Ingo-Jörg Kühnfels)

 

Als der Steiermärkische Landtag am 8. Juni 1949 das Gesetz über die Einrichtung der Steierm. Kammer für Arbeiter und Angestellte in der Land- und Forstwirtschaft beschloss, war dies der Endpunkt einer langjährigen Entwicklung, dessen Anfänge weit in das 19. Jahrhundert zurück reichen. Bedingt durch die in den damals geltenden Dienstbotenordnungen verankerte enge Bindung der in der Land- und Forstwirtschaft unselbständig Erwerbstätigen an ihre Arbeitgeber und die damit im Zusammenhang stehende hausrechtliche Abhängigkeit und Aufsichtsgewalt, kam es in der Folge zu immer massiver werdenden Bestrebungen der „Dienstboten“, die patriarchalische Macht der Arbeitgeber abzuschütteln und deren Einfluss auf rein arbeitsrechtliche Belange zu beschränken. Dies sollte durch die eigenständige Weiterentwicklung des Landarbeitsrechtes einerseits, aber auch durch die Gründung freier Berufsverbände und den Zusammenschluss zu Standesorganisationen andererseits erreicht werden. Die erste Gruppe, die eine Standesorganisation aus einem 1879 gegründeten Unterstützungsverein heraus aufbaute, waren die Gutsbeamten, deren Verband sich nach dem Ersten Weltkrieg zu einer machtvollen Dienstnehmerorganisation entwickelte. Um die Jahrhundertwende kam es zu Zusammenschlüssen land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter, die 1912 in der Schaffung eines Österr. Verbandes land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter mit dem Sitz in Stainach-Irdning gipfelten. Aus dieser sozialdemokratischen Bewegung, die später ihren Sitz nach Graz verlegte, entwickelte sich letztlich die Land- und Forstarbeitergewerkschaft.

In der Zeit um 1920 kam es zur Gründung christlich-sozialer Landarbeiterbünde. Im Bundesland Steiermark war der unbestrittene Führer des Verbandes der christlichen Land- und Forstarbeiter Josef Krainer (Bild rechts), der als Landarbeiter die krassen Missstände auf dem Lande noch am eigenen Leib verspüren musste. Aus diesem Verband heraus entwickelte sich eine eigene Fachgewerkschaft, deren erster Landessekretär Josef Krainer wurde. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg kam es in diesen Berufsverbänden, aber auch in den gesetzgebenden Körperschaften

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zu einer immer intensiver werdenden Diskussion über Interessenvertretungen in der Land- und Forstwirtschaft auf gesetzlicher Basis, weil es solche – im Gegensatz zum gewerblichen und industriellen Sektor – bislang weder auf Arbeitgeber- noch auf Arbeitnehmerseite gab. Schließlich gingen die Landtage daran, die ihnen auf Grund der Bundesverfassung von 1920 eingeräumten Kompetenzen wahr zu nehmen und den bisher von den Landwirtschaftsgesellschaften getragenen bäuerlichen Berufsvertretungen eine gesetzliche Grundlage zu geben. So kam es 1929 in der Steiermark zur Beschlussfassung über ein Bauernkammergesetz und zur Gründung der Landwirtschaftskammer.

Auf Arbeitnehmerseite war der Entstehungsprozess für die gesetzliche Interessenvertretung ein zähes Ringen der von den verschiedenen Weltanschauungen geprägten Gruppierungen um die Art und Weise, wie die Regelung einer Interessenvertretung auf gesetzlicher Basis aussehen sollte. Die Intentionen reichten von einer Eingliederung der Land- und Forstarbeiter in die 1920 gegründete Arbeiterkammer bis hin zur Integration dieser Berufsgruppen in die Landwirtschaftskammer. Schließlich wurde durch das Landesgesetz vom 12. Juli 1934 eine Vertretung der land- und forstwirtschaftlichen Dienstnehmer im Rahmen der Stmk. Landwirtschaftskammer eingerichtet, eine Regelung, die in den Bundesländern Tirol und Vorarlberg bis heute beibehalten wurde. Erstmals hatten somit die steirischen Land- und Forstarbeiter durch diese berufsständische Ordnung eine durch Gesetz geregelte Interessenvertretung, deren Wert jedoch durch ihre undemokratischen Prinzipien heute zweifelhaft erscheint.

Die Gründung einer Steiermärkischen Landarbeiterkammer als gesetzliche Interessenvertretung auf demokratischer Basis blieb letztlich der 2. Republik vorbehalten, wenngleich auch hier schwere Geburtswehen zu überwinden waren. Angefacht wurde der diesbezügliche Diskussionsprozess durch die immense Bedeutung des Agrarsektors in der Nachkriegszeit und die damit im Zusammenhang stehende Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln. Die Folge war ein regelrechter Wettlauf der verschiedenen Interessengruppierungen um die Vertretungskompetenz für die Land- und Forstarbeiter, wobei sich für die politischen Kräfte ein breites Betätigungsfeld bot.

Agrarlandesrat Ferdinand Prirsch

Agrarlandesrat
Ferdinand Prirsch

Der erste Entwurf eines Steiermärkischen Landarbeiterkammergesetzes wurde in der Landwirtschaftskammer unter der Federführung von Dr. Theodor Piffl-Percevics ausgearbeitet und im Wesentlichen vom damaligen Agrarlandesrat Ferdinand Prirsch als Regierungsentwurf übernommen. Die Regierungsvorlage wurde am 12. April 1949 in den Landtag eingebracht und dem Landeskulturausschuss zur Beratung zugewiesen.

Dr. Theodor Piffl-Percevics

Dr. Theodor
Piffl-Percevics

In der Folge kam es im Stmk. Landtag zu einem zähen Ringen um den Inhalt des neuen Gesetzes. Letztlich zeigte es sich jedoch, dass beide der großen im Landtag vertretenen Parteien die absolute Notwendigkeit einer eigenen gesetzlichen Berufsvertretung der Land- und Forstarbeiter anerkannten, was letztlich in der Landtagssitzung am 8. Juni 1949 zur Beschlussfassung über das neue Gesetz führte, das als 45. Landesgesetz dieses Jahres am 1. Jänner 1950 in Kraft trat.

Der Steiermärkische Landtag in jener Besetzung, in der er am 8. Juni 1949 das Steiermärkische Landarbeiterkammergesetz beschloss.

Der Steiermärkische Landtag in jener Besetzung, in der er am 8. Juni 1949 das Steiermärkische Landarbeiterkammergesetz beschloss.

Am 4. Jänner 1950 trat das provisorisch ernannte Präsidium unter der Führung von Alois Deimel zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Der erste gewählte Präsident war Gottfried Brandl, in dessen Amtsperiode die schwierige Aufbauphase unserer Interessenvertretung fiel. Er ging aus der am 16. November 1952 abgehaltenen Kammerwahl als Sieger hervor, wobei von den 35 Sitzen in der Vollversammlung auf die der ÖVP zustehenden wahlwerbenden Gruppen 19 Mandate entfielen.

In der weiteren Entwicklung zeigte sich ein kontinuierliches Auseinanderdriften dieses Mandatsstandes, das bei der Landarbeiterkammerwahl 1994 letztlich zu einem Mandatsstand von 28 (VP) zu 7 (SP) führte. Parallel dazu verlief das Zurückgehen der Anzahl der Kammermitglieder, dessen Ursache sich aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Gab es 1952 (inklusive der damals noch wahlberechtigten Pensionisten) insgesamt 48.014 Wahlberechtigte, waren es 1983 infolge des Ausscheidens der Pensionisten aus dem Wahlrecht nur mehr 9.609. Im Jahre 1988 betrug der Stand der Wahlberechtigten 8.372 Personen. Er ist seitdem annähernd konstant. Bei der Kammerwahl am 10. und 11. November 2000 gab es 8.024 wahlberechtigte Kammermitglieder.

Eine Ursache des Rückganges der Kammermitglieder ist in der zunehmenden Technisierung und Rationalisierung im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zu suchen, ein Prozess, der bis heute noch nicht abgeschlossen ist. Ein weiterer Grund liegt in der sehr eingeengten Betrachtungsweise des land- und forstwirtschaftlichen Gebietes durch den Verfassungsgerichtshof, die auf neuzeitliche Entwicklungen nicht eingeht und auf diese Weise praktisch bei allen entscheidenden Erkenntnissen zu einer formaljuristisch zwar unantastbaren, in der praktischen Umsetzung jedoch katastrophalen Konsequenz für die Steierm. Landarbeiterkammer geführt hat. Dabei waren an dieser Entwicklung einige handelnde Personen im Funktionärsbereich nicht ganz unschuldig. Vordergründig vorgeschobenen Bedürfnissen nach einem rechtlichen Schiedsspruch lagen letztlich parteipolitische Motive zugrunde, wobei in jedem dieser Fälle das erhoffte Kleingeld ausgeblieben ist, der Nachteil für die Institution jedoch ein nachhaltiger war.

Letztlich ist der durch rechtliche Konsequenzen verursachte Rückgang der Kammermitglieder auf eine permanente Entscheidungsschwäche des Bundesgesetzgebers zurückzuführen, dem es bis heute nicht gelungen ist, im Sinne einer Neudefinition des land- und forstwirtschaftlichen Gebietes bereinigende Akzente zu setzen, sodass der Bund seine Gesetzgebungskompetenz – zumindest in diesem Bereich – eigentlich an den Verfassungsgerichtshof abgetreten hat.

Nach dem altersbedingten Rücktritt von Präsident Gottfried Brandl trat am 6. Dezember 1971 Ing. Anton Nigl seine Nachfolge an. Seine Funktionsperiode währte bis 1. Juli 1988 und war u. a. von einem zähen Ringen um die Auslegung des Stmk. Landarbeiterkammergesetzes und dessen Anpassung an neuzeitliche Entwicklungen gekennzeichnet. Hatte es bereits eine Anfechtung der Landarbeiterkammerwahl 1963 gegeben, die für die Kammer jedoch noch glimpflich verlief, führte die Anfechtung der Landarbeiterkammerwahl 1978 zu einem katastrophalen Ergebnis, das letztlich zum Verlust von 1.500 Kammermitgliedern führte. Vielleicht gerade deshalb konnte Präsident Nigl bei der Wiederholung der vom Verfassungsgericht aufgehobenen Wahl einen großartigen Sieg feiern und den Stand für die von ihm angeführte VP-Wählergruppe um ein Mandat auf 25 Kammerräte erhöhen.

In die Funktionsperiode von Präsident Nigl fiel aber auch der großartige Ausbau des Förderungsinstrumentariums der Kammer und die wiederholt gelungene Abwehr von beabsichtigten Kürzungen der dafür erforderlichen Mittel. Aber auch der Ausbau der rechtlichen Beratung und die Vertretung der Kammermitglieder vor den Gerichten und Verwaltungsbehörden, besonders in arbeits-, sozial- und steuerrechtlichen Belangen, wurde in diesen Jahren stark gefördert und ausgebaut. Das wahrscheinlich größte Verdienst hat sich die Kammer unter Präsident Nigl jedoch im Kampf um die Verhinderung der Verbundlichung des Arbeitsrechtes erworben. Diese immer wieder von bestimmten politischen Kräften und Interessenvertretungen erhobene Frage hatte die zentrale Forderung zum Inhalt, das Arbeitsrecht der land- und forstwirtschaftlichen Arbeitnehmer mit jenem der im Gewerbe und in der Industrie unselbständig Erwerbstätigen zu verschmelzen. Dies hätte in letzter Konsequenz beträchtliche Nachteile für unsere Kammermitglieder in mancherlei Hinsicht bedeutet. Fürs Erste wäre die durch das Vorliegen eines einheitlichen Arbeitsrechtskodex erreichte Homogenität des Arbeitsrechtes völlig verloren gegangen, da dieses im gewerblichen und industriellen Bereich durch eine Unzahl verschiedenster Gesetze geregelt wird. Weiters wäre das Eingehen des Arbeitsrechtes auf spezifische Erfordernisse land- und forstwirtschaftlicher Tätigkeiten erschwert worden. Letztlich wären auch inhaltliche Nachteile durch das Einfrieren und Heranführen der im Landarbeits- und Gutsangestelltenrecht verankerten besseren Regelungen gegenüber dem gewerblichen Arbeitsrecht an dieses für die land- und forstwirtschaftlichen Arbeitnehmer kaum zu verhindern gewesen. Eine besondere Gefahr im Rahmen dieser Verbundlichungsdebatte bestand jedoch durch die sich als möglicherweise zweiten Schritt ergebende Konsequenz, die von einigen Kreisen bereits angedacht worden war, nämlich die Abschaffung der Landarbeiterkammern. In diesem Verbundlichungsszenario, das als erste Aktion die Auflösung der Landwirtschaftskrankenkassen im Jahre 1973 zur Folge hatte, war auch das eine oder andere Bundesland durchaus geneigt, der immer wieder auf Bundesseite erhobenen Forderung auf Verbundlichung des Arbeitsrechtes im Abtausch mit einigen von den Ländern gehegten Wünschen an den Bund nachzugeben. Das dies im Bundesland Steiermark nicht so war, kann letztlich auch als ein Verdienst der Steierm. Landarbeiterkammer angesehen werden.

Am 1. Juli 1988 wurde der bei den Österr. Bundesforsten beschäftigte Förster Ing. Alfred Wahl zum Präsidenten gewählt. In seiner Zeit verabschiedete sich der Bund vollends von der Mitfinanzierung der für die land- und forstwirtschaftlichen Arbeitnehmer vorgesehenen Förderungsmaßnahmen. Herüber gerettet werden konnte lediglich die Treueprämienaktion. Dennoch gelang es der Steierm. Landarbeiterkammer, trotz vieler Turbulenzen in einem zähen Ringen – und unterstützt durch das Verständnis des jeweiligen Agrarreferenten des Landes für die Belange der Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft –, die Finanzierung dieser Förderungen insoweit sicher zu stellen, als sich das Land Steiermark letztlich bereit erklärte, die ehemalige Bundesförderung im Wesentlichen zu übernehmen und zu finanzieren. Vielleicht wurde diese Zusage durch das Landwirtschaftsförderungsgesetz 1993 und die daraus ergangenen Übertragungsverordnungen des Landes, zuletzt die vom 18. Oktober 1999. Kammerintern wurde die bislang umfassendste Reform der Förderungsrichtlinien bewerkstelligt und somit das gesamte Förderungswerk auch auf eine inhaltlich solide Basis gestellt.

Präsident Wahl wird in die Geschichte der Steierm. Landarbeiterkammer wohl als der größte Reformer dieser Institution eingehen. Unter seiner Führung wurde das umfassendste Reformwerk entwickelt und eingeleitet, das die Steirm. Landarbeiterkammer je gesehen hatte. Von diesem unter der Bezeichnung ,,Projekt LAK 2001“ laufenden Erneuerungsprozess blieb kein Bereich verschont. Eine umfassende Novelle zum Stmk. Landarbeiterkammergesetz, die am 18. Oktober 1999 in Kraft trat, schuf die gesetzlichen Voraussetzungen. Die Kammer sollte zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen für die Mitglieder umstrukturiert und für das nächste Jahrtausend fit gemacht werden. Die dazu notwendige Beweglichkeit auf Funktionärsebene sollte durch ein Abschlanken der Kollegialorgane erreicht werden. So wurde letztlich ab der am 21. November 2000 abgehaltenen konstituierenden Vollversammlung der Vorstand von sieben auf fünf, der Kontrollausschuss von fünf auf drei, und die Vollversammlung selbst von 35 auf 21 Mandate reduziert. Das Wahlverfahren wurde auf eine völlig neue Basis gestellt und auch die Organisation des Kammeramtes blieb von diesem Erneuerungsprozess nicht verschont. Sichtbares Zeichen für dieses Reformwerk ist jedoch der Umbau des Kammeramtes, das sich nunmehr als ein moderner Bürobetrieb mit einer dem letzten Stand der Technik entsprechenden Infrastruktur und arbeitnehmerfreundlichen Arbeitsplätzen präsentiert.

Diese Krönung der von ihm eingeleiteten Kammerreform hat Präsident Wahl nicht mehr erlebt. Kurz vor seinem Tode musste er noch mit ansehen, wie eine im Steirischen Landtag vertretene Fraktion geschlossen gegen die Steierm. Landarbeiterkammer auftrat und deren Abschaffung verlangte. Präsident Wahl verstarb nach einem schweren Leiden am 9. April 2000.

Für eine kontinuierliche Weiterführung des Präsidentenamtes sorgte die Vollversammlung am 17. Mai 2000. Sie wählte den bisherigen Vizepräsidenten Ing. Christian Mandl zum neuen Präsidenten, der die schwere Aufgabe auf sich nahm, das laufende Reformwerk zu vollenden und sich in der bereits vorhersehbaren Kammerwahl an Stelle des Verstorbenen dem Wählerentscheid zu stellen. Die Bewältigung der sich vermehrt im Bereich der Land- und Forstwirtschaft abzeichnenden Strukturveränderungen und der damit verbundene besondere Schutz der Kammermitglieder im Hinblick auf die Erhaltung ihres rechtlichen und sozialen Standards wird die vornehmliche Aufgabe der derzeitigen Kammerführung und wohl auch jener sein, die in Zukunft die Geschicke der Landarbeiterkammer lenkt.

Zum Schluss dieser Betrachtung sei noch etwas über die Stellung der Kammeramtsdirektoren in der bisherigen Geschichte der Steierm. Landarbeiterkammer gesagt. Ihnen oblag neben der Leitung der Kammer in administrativer und fachlicher Hinsicht auch die Verantwortung für die richtige Beratung der Kammerfunktionäre in den einzelnen Organen. Die Kammeramtsdirektoren – seit 1958 jeweils Juristen – waren es, die im Zusammenwirken mit der gewählten Kammerführung, vor allem aber mit den Präsidenten, die Rechtsentwicklung in den die Kammer tangierenden Bereichen aber auch die Positionierung der Kammer im Umfeld von Gesetzgebung, Vollziehung und Sozialpartnerschaft ganz wesentlich vorangetrieben haben. Der erste Kammeramtsdirektor, Adolf Leskovar, wurde vom provisorischen Präsidium per 1. Februar 1950 bestellt und nach der ersten Kammerwahl von der Vollversammlung am 30. April 1953 bestätigt. Nach seinem Übertritt in den Ruhestand wurde der damalige Leiter der Rechtsabteilung und stellvertretende Kammeramtsdirektor, Dr. Josef Eisenzopf, vom Präsidium am 27. September 1958 mit Wirksamkeitsbeginn ab 1. Oktober 1958 zum Kammeramtsdirektor ernannt und von der Vollversammlung am 10. Oktober 1958 bestätigt. Er übte diese leitende Tätigkeit bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand am 31. März 1969 aus. Ihm folgte Kammeramtsdirektor Dr. Hans Hafner nach, der vom Kammervorstand am 13. Februar 1969 mit Wirksamkeit ab 1. März 1969 provisorisch und von der Vollversammlung am 18. November 1969 definitiv zum Kammeramtsdirektor bestellt wurde. Mit Dr. Hafner, der von November 1975 bis Jänner 1996 auch Abgeordneter zum Nationalrat war, wuchs die Steierm. Landarbeiterkammer gleichsam über ihre Grenzen hinaus, weil auch Präsident Nigl, den Dr. Hafner während seiner gesamten Funktionsperiode begleitete, nach Verlassen des Landtages im Oktober 1978 – er hatte diesem seit März 1965 angehört – vom 1. Juni 1979 bis 31. Dezember 1989 als Bundesratsabgeordneter, zuletzt sogar als Präsident dieser Körperschaft, auf Bundesebene tätig war.

Nach dem Ausscheiden von Dr. Hafner aus dem aktiven Kammerdienst am 30. November 1998 leitete ich interimistisch die Geschicke des Kammeramtes. Ich war vom Kammervorstand bereits am 26. September 1995 zum Stellvertreter von Dr. Hafner bestellt worden. In der Vorstandssitzung am 25. November 1995 wurde einstimmig beschlossen, mich der Vollversammlung als Kammeramtsdirektor vorzuschlagen. Am 11. Dezember 1998 wurde ich einstimmig von diesem höchsten Kammerorgan bestellt und trat mein Amt am 1. Jänner 1999 an. Mir blieb es vorbehalten, die Kammerreform mittragen zu dürfen, und ich bin sicher, dass diese Institution ihren Platz in unserer Gesellschaft gefunden hat. Nicht nur, weil ich an sie glaube, sondern weil sie einfach eine Notwendigkeit darstellt. Schon Peter Rosegger hat gesagt: ,,Wenn in unserer Zeit ein Stand nicht öffentlich jammert, so ist es der der bäuerlichen Dienstboten. Denen muss es dann doch sehr gut ergehen! Indes jammern diese Leute nicht aus dem einfachen Grunde, weil sie keine Stimme haben, die man im Lande hören könnte. Die Steiermärkische Landarbeiterkammer ist diese Stimme für ihre Mitglieder und wird auch in Zukunft sich nicht scheuen sie zu erheben, wenn es geboten erscheint.


 

 

 

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