LAK Aktuell

Offener Brief an den Bundesvorsitzenden der PRO-GE
NR Rainer Wimmer

 

 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender!

 

 

 

Bereits im Jahre 1998 (siehe BGBl 101/1998 vom 23. Juli 1998), somit vor fast 20 Jahren, wurden auf Initiative der damaligen SPÖ-Sozialministerin und ehemaligen AK-Präsidentin Eleonore Hostasch und des SPÖ-Bundeskanzlers Viktor Klima die heute in Geltung stehenden Arbeitsspitzenregelungen, nämlich der 12-Stundentag, für Erntehelfer sogar bis zu 14 Stunden bei besonderen Konstellationen, ohne nähere Definition von Arbeitsspitzen und ohne Möglichkeit der Ablehnung aus persönlichen Gründen und ohne Freiwilligkeit beschlossen.

 

Im Zuge der nunmehrigen Diskussion der Arbeitszeitflexibilisierung haben die Landwirtschaftskammer und Landarbeiterkammer erstmals Arbeitsspitzen näher definiert, eine absolute Obergrenze von 12 Stunden festgelegt und persönliche Ablehnungsgründe geschaffen. Unter Arbeitsspitzen versteht man nunmehr einen erhöhten Arbeitsbedarf aufgrund besonderer Umstände und können diese als Überstunden abgelehnt werden, wenn berücksichtigungswürdige Umstände des Dienstnehmers entgegenstehen.

 

Die Gewerkschaft PRO-GE bzw. deren Vorgängergewerkschaft, die damals der gesamten Regelung ohne Wenn und Aber zugestimmt hat, versucht nunmehr mit allen Mitteln die Landarbeiter in parteipolitische Geiselhaft zu nehmen und die Landarbeiterkammern seit dem Sommer medial anzupatzen. Offensichtlich deshalb, weil sie ein Jahr lang nicht in der Lage waren, vernünftige Regelungen mit der Arbeitgeberseite im Gewerbe auszuverhandeln. Stattdessen wurden absurde Behauptungen aufgestellt, wonach die Landarbeiterkammern mit dem neuen Gesetz das Urlaubs- und Weihnachtsgeld abschaffen und einen unbegrenzten 12 Stunden-Tag einführen wollen. Was will die Gewerkschaft mit derartigen Unterstellungen bezwecken? Seriöse Mitgliederinformation, wie sie zu diesem Thema eigentlich angebracht wäre, sieht unserer Ansicht nach jedenfalls anders aus. Das Bestreben der Gewerkschaft geht nun schon so weit, dass sie verlangt in der Bundesverfassung zu verankern, dass nur sie Kollektivverträge abschließen dürfe.

 

Die Präsidenten der Landarbeiterkammern verwahren sich aus diesem Grund ausdrücklich gegen alle unwürdigen, ausschließlich parteipolitisch motivierten Angriffe und Unterstellungen in den Medien und fordern alle Gewerkschaftsrepräsentanten auf, ihre wenn auch überschaubare Anzahl von Mitgliedern im land- und forstwirtschaftlichen Bereich konstruktiv zu vertreten und anstelle von Parteipolitik gemeinsam Interessenvertretung mit den Landarbeiterkammern zum Wohle der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu betreiben.

 

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaft und Landarbeiterkammern ist nur möglich, wenn diese von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägt ist, was am
21. September 2018 in einem langen, klärenden und konstruktiven Meinungsaustausch ausdrücklich vereinbart wurde, aber von der PRO-GE offensichtlich nicht ernst gemeint war.

 

Mit freundlichen Grüßen!

 

 

 

 

 

 

 

Zu Gast beim höchsten Repräsentanten des Staates Österreichs!

Diese besondere Ehre wurde Ende November dem Präsidium des Österreichischen Landarbeiterkammertages zu teil.

Im Leopoldinischen Trakt der Hofburg, wo einst Österreichs Herrscher residierten, wurden die ÖLAKT-Vertreter von Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfangen. Im Gespräch informierten Vorsitzender Andreas Freistetter und sein Stellvertreter Eugen Preg den Bundespräsidenten über die umfangreichen Tätigkeitsfelder der Landarbeiterkammern, ihrer Stellung im Bereich der Sozialpartnerschaft und die bundesweit kontinuierlich steigende Anzahl an unselbständig Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft.

 

 

Angesprochen wurden auch aktuelle politische Themen, wie die geplante Bundesverfassungsreform, die Novelle des Landarbeitsgesetzes und die ab Jänner 2019 in Kraft tretende Indexierung der Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder. Bundespräsident Alexander Van der Bellen zeigte sich sehr interessiert, fand er vor allem für das Engagement zum Erhalt von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und die vielfältigen Weiterbildungsangebote der Landarbeiterkammern anerkennende Worte.

 

 

 

 

 

 

Köstinger: Erfolg durch zukunftsorientierte Ausbildung

Auszeichnung an beste Lehrlinge in Land- und Forstwirtschaft verliehen.

 

Bundesministerin Elisabeth Köstinger hat am Montag, den 12. November gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Österreichischen Landarbeiterkammertages, Präsident Andreas Freistetter, die besten Lehrlinge Österreichs im Bereich der Land- und Forstwirtschaft ausgezeichnet. „Vitale ländliche Räume brauchen ein innovatives Bildungsangebot. Gut ausgebildete junge Menschen sind das Fundament einer nachhaltigen, zukunftsorientierten Entwicklung. Die Jugend von heute gestaltet die österreichische Land- und Forstwirtschaft von morgen“, betonte Bundesministerin Köstinger.

 

Fotocredit: BMNT/Paul Gruber

 

Auch Andreas Freistetter sieht die Erfolge der Lehrlinge als Bestätigung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des land- und forstwirtschaftlichen Bildungssystems: „Die Lehrlinge beweisen großes Engagement und bestätigen mit ihrer Leistung auch die hohe Qualität der Ausbildung. Ein besonderer Dank gilt dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit.“

 

Hohe Qualität des land- und forstwirtschaftlichen Bildungssystems

 

Insgesamt wurden 41 Lehrlinge prämiert, die ihre Facharbeiterprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden haben. Sie stehen stellvertretend für die hohe Qualität des land- und forstwirtschaftlichen Bildungssystems in Österreich. Insgesamt wurden im Jahr 2018 rund 6.160 Facharbeiterabschlüsse in der Land- und Forstwirtschaft erfolgreich abgelegt. Davon werden derzeit pro Jahr rund 800 Lehrlinge gezählt, die aktuell ihre mehrjährige Lehr- und Ausbildungszeit absolvieren (drei Jahre Lehrzeit in Fremd- oder Heimbetrieben).

 

Fotocredit: BMNT/Paul Gruber

 

Neben den Lehrlingen wurden im Zuge der Veranstaltung auch die erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Forstarbeiter-Weltmeisterschaft im norwegischen Lillehammer geehrt. Mit Schnelligkeit und Geschick sicherten sie sich neun Medaillen.  Dieser Erfolg unterstreicht für Bundesministerin Köstinger und Präsident Freistetter das hohe Niveau des forstlichen Ausbildungssystems in Österreich.

 

Fotocredit: BMNT/Paul Gruber

 

 

 

 

 

 

Vorstandssitzung in Wien

 

In der Lehrlingsehrungsfeier vorgelagerten Sitzung des ÖLAKT wurden die Vorstandsmitglieder über die verschiedensten Aktivitäten in den einzelnen Gremien informiert. Intensiv wurde über den Stand der Verhandlungen betreffend Kompetenzverschiebung Art. 11 neu und Änderung Art. 10 diskutiert. Für den ÖLAKT ist eine Kompetenzverschiebung nur mit einer Neudefinition des land- und forstwirtschaftlichen Gebietes vorstellbar.

 

Breiten Raum nahm auch die bevorstehende Novelle zum Landarbeitsgesetz ein. Diese Novelle enthält sowohl für Dienstnehmer als auch für Dienstgeber dringend notwendige Neuerungen.

 

Die Termine des Vorstandes des ÖLAKT für 2019 wurden festgelegt.

 

 

 

 

 

ÖLAKT-Spitze besuchte Familienministerin

 

„Gerade als Arbeitnehmervertretung ist die Familienpolitik für uns ein wichtiges Themenfeld“, betonte ÖLAKT-Vorsitzender Andreas Freistetter im Zuge des Treffens mit Familienministerin Juliane Bogner-Strauß.

Gesprochen wurde u.a. über den neuen Familienbonus Plus für Beschäftigte mit Kindern, die Vereinbarkeit von Familie & Beruf, die beschlossene Indexierung der Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder sowie Strategien zur Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt.

Betreffend der nach wie vor auseinander klaffenden Einkommensschere zwischen Mann und Frau bekräftigte das ÖLAKT-Präsidium sein Eintreten für eine gesetzliche Verankerung der Anrechnung von Karenzzeiten, das natürlich auch von Bogner-Strauß sehr begrüßt wird.

 

 

 

 

 

 

 

Zu Gast bei Präsident Dr. Harald Mahrer

 

Vorsitzender des Österreichischen Landarbeiterkammertages Präsident Ing. Andreas Freistetter und Generalsekretär Mag. Walter Medosch sprachen bei Wirtschaftskammer-Präsident Dr. Harald Mahrer vor, um ihm ein genaues Bild über die Anliegen der Arbeitnehmer im ländlichen Raum zu geben.

 

Eingangs brachte Vorsitzender Präsident Ing. Andreas Freistetter die dringende Notwendigkeit einer Novelle zum Landarbeitsgesetz vor. Sollte die Novelle zum Landarbeitsgesetz nicht umzusetzen werden, würde sich dies für Dienstnehmer aber auch für die Dienstgeber nachteilig auswirken. Auch über eine  Reform der Bundesverfassung und eine Neudefinition des land- und forstwirtschaftlichen Gebiets wurde eingehend diskutiert.

 

Präsident Dr. Harald Mahrer sagte zu, die Anliegen des Österreichischen Landarbeiterkammertages bei zukünftigen Verhandlungen im Auge zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Die Land- und Forstwirtschaft braucht mehr Fachkräfte“

Die Auswirkungen des Klimawandels führten in der Land- und Forstwirtschaft speziell im heurigen Jahr zu enormen Schäden. Im Beisein von Oberösterreichs Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer diskutierte der Österreichische Landarbeiterkammertag (ÖLAKT) im Rahmen seiner Vollversammlung in Linz über die Herausforderungen für Betriebe und Arbeitnehmer.

 

 

Rüsselkäfer, Borkenkäfer, Dürreschäden! Die Land- und Forstwirtschaft erlebt ein schwieriges Jahr mit Ernteausfällen und enormen Einbußen. „Die veränderten Umweltbedingungen stellen die Betriebe, aber natürlich auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor schwierige Aufgaben. Wir sehen an unseren steigenden Mitgliederzahlen in den Bundesländern, dass neue Jobs entstanden sind und hören bei Betriebsbesuchen, dass weiterer Bedarf besteht. Um die Herausforderungen zu bewältigen, die der Klimawandel mit sich bringt, ist es aus unserer Sicht jedoch dringend notwendig, dass die Betriebe zukünftig mehr als bisher auf qualifizierte, verlässliche Fachkräfte setzen und auch die Bereitschaft mitbringen, ihr Personal entsprechend auszubilden“, betont Niederösterreichs LAK-Präsident und ÖLAKT-Vorsitzender Ing. Andreas Freistetter.

Speziell in der Forstbranche ist aus Sicht des ÖLAKT ein rasches Umdenken notwendig. „Viele Betriebe, leider auch ein Vorzeigebetrieb wie die Österreichischen Bundesforste, haben in den letzten Jahren Fachpersonal abgebaut und ihre Holzerntetätigkeiten an externe Schlägerungsunternehmen vergeben, die überwiegend ausländische und oft unzureichend ausgebildete Arbeiter beschäftigen. Jetzt, wo durch den extremen Borkenkäferbefall dringender Handlungsbedarf in ihren Wäldern gegeben ist, sind ihnen die Hände gebunden. Die Aufstockung des Saisonarbeiterkontingents mag zwar kurzfristig helfen, wirklich verbessert werden kann die Lage aber nur dadurch, dass in unseren Wäldern wieder mehr heimische Fachkräfte nach dem Rechten sehen“, sieht Oberösterreichs LAK-Präsident Eugen Preg die Betriebe in der Pflicht.

 

 

Vehement unterstützt werden seitens der Landarbeiterkammern deshalb auch neue Lehrlingsoffensiven, wie zuletzt etwa in Niederösterreich. „Unsere landwirtschaftlichen Betriebe werden immer größer. Immer mehr Land- und Forstwirte sind in den letzten Jahren zu Dienstgebern geworden. Was spricht dagegen, dass sie nun auch vermehrt zu Ausbildnern werden und sich ihre zukünftigen Fachkräfte gleich selber im Betrieb ausbilden“, sieht Tirols LAK-Präsident Andreas Gleirscher einen Lösungsansatz für den viel zitierten Facharbeitermangel. Als Ausbildungsstätten plädiert der ÖLAKT-Vorstand je nach Arbeitskräftebedarf in den Regionen für die landwirtschaftlichen Fachschulen.

 

ÖLAKT: Karenz wie Arbeitszeit bewerten

Aufgegriffen wurde vom ÖLAKT im Rahmen der Vollversammlung in Linz auch das tagesaktuelle familienpolitische Thema der Anrechnung von Karenzzeiten für Gehaltsvorrückungen, Entgeltfortzahlungen, Kündigungsfristen und Urlaubsansprüche. ÖLAKT-Vorsitzender Andreas Freistetter verweist dabei auf die Vorreiterrolle der Land- und Forstwirtschaft. „Auch wenn es in unserer Branche gelungen ist, in mehreren Kollektivverträgen, wie etwa im KV für bäuerliche Dienstnehmer, eine Anrechnung von Karenzzeiten zu verankern, sprechen auch wir uns für eine gesetzliche Regelung aus. Ein gesetzlicher Anspruch hätte den Vorteil einer klaren und einheitlichen Bestimmung für alle Arbeitnehmerinnen und wäre ein wichtiges Signal, der Gründung von Familie zusätzliche Wertschätzung entgegenzubringen“, so Freistetter abschließend.