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ÖLAKT-Vollversammlung zu Gast in Niederösterreich

Die Landarbeiterkammern hielten im Lengbachhof in Altlengbach in Niederösterreich ihre österreichweite Vollversammlung ab. Von der neuen Bundesregierung erhoffen sich die ÖLAKT-Delegierten eine Neudefinition des land- und forstwirtschaftlichen Gebietes.

 

Mehr als 100.000 Beschäftigte sind in Österreich als unselbständig Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Doch nicht alle fallen aktuell in den Zuständigkeitsbereich der Landarbeiterkammern. ÖLAKT-Vorsitzender Andreas Freistetter, gleichzeitig auch Präsident der NÖ Landarbeiterkammer, möchte der überholten Rechtszersplitterung im land- und forstwirtschaftlichen Bereich lieber heute als morgen ein Ende setzen: „Die jetzige rechtliche Situation trägt der dynamischen Entwicklung der Land- und Forstwirtschaft in den letzten Jahren in keinster Weise Rechnung und führt dazu, dass Arbeitnehmer, die die gleichen Tätigkeiten ausüben, oft unterschiedlichen beruflichen Vertretungen angehören. Dadurch wird eine effiziente Vertretung oft in hohem Maße behindert. Daher ist eine Neudefinition des land- und forstwirtschaftlichen Gebietes aus unserer Sicht unerlässlich“, so Freistetter bei der Vollversammlung im Lengbachhof in Altlengbach. Im Detail fordert der ÖLAKT eine Zusammenfassung aller auf land- und forstwirtschaftlichem Gebiet beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Landarbeitsrecht.

Forderung nach Rechtsanspruch auf Altersteilzeit
Arbeitsrechtlichen Handlungsbedarf sieht der ÖLAKT auch bei der längeren Beschäftigung im Alter sowie der Pensionssicherung. „Um die angestrebte Erhöhung des Pensionsantrittsalters zu erreichen, sind flankierende Maßnahmen unbedingt notwendig“, betont der Präsident der Oberösterreichischen Landarbeiterkammer Eugen Preg. Der ÖLAKT fordert in diesem Zusammenhang einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeitarbeit sowie die Möglichkeit der Ablehnung von Nacht- und Schwerarbeit, sofern – ähnlich der Elternteilzeit – eine Mindestanzahl von Beschäftigten im Betrieb tätig ist.

Berufsjäger soll neuer Lehrberuf werden
Noch mehr forcieren möchten die Landarbeiterkammern in Zukunft die Möglichkeiten der Lehrlingsausbildung in der Land- und Forstwirtschaft. „Immer mehr land- und forstwirtschaftliche Betriebe tun sich schwer, gut qualifiziertes Personal zu finden“, verdeutlicht Tirols Landarbeiterkammer-Präsident Andreas Gleirscher, dass der Facharbeitermangel längst auch die heimische Land- und Forstwirtschaft erreicht hat. Entgegengewirken sollen diesem Engpass nicht nur vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, sondern auch bestens ausgebildeter Nachwuchs. In Gesprächen mit dem Ministerium für Nachhaltigkeit sowie den Landesjagdverbänden wird derzeit an der Installierung des Berufsjägers als zusätzlichem Lehrberuf in der Land- und Forstwirtschaft gearbeitet. Weitere neue Ausbildungsmöglichkeiten, etwa im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes oder Erneuerbarer Energie, sollen folgen.

Treffen mit LH-Stv. Stephan Pernkopf
Freuen durfte sich ÖLAKT-Vorsitzender Freistetter im Zuge der Vollversammlung über ein Treffen mit Niederösterreichs LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf, der die über 40 Delegierten der Landarbeiterkammern aus ganz Österreich in Niederösterreich willkommen hieß und mit ihnen über die enorme Bedeutung einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft für die Entwicklung der ländlichen Räume in ganz Österreich diskutierte. Das Rahmenprogramm für die Delegierten beinhaltete u.a. einen Besuch bei der „Nacht der Landwirtschaft“ auf der Wiener Wiesn, eine Besichtigung des Parlaments in Wien sowie einen Betriebsbesuch bei der Spanischen Hofreitschule.
 

Bei der Vollversammlung in Altlengbach durfte sich der ÖLAKT über den Besuch des NÖ Landtagsabgeordneten Martin Michalitsch freuen. V.l.n.r.: Präsident Andreas Gleirscher (LAK Tirol), ÖLAKT-Vorsitzender Präsident Andreas Freistetter (LAK NÖ), LAbg. Martin Michalitsch, Präsident Eugen Preg (LAK OÖ), Vizepräsident Alexander Rachoi (LAK Kärnten) und ÖLAKT-Generalsekretär Walter Medosch.

Beim Heurigenbesuch in Perchtoldsdorf konnten sich die ÖLAKT-Repräsentanten mit LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf austauschen. V.l.n.r.: Präsident Johann König (LAK Salzburg, Präsident Andreas Gleirscher (LAK Tirol), Perchtoldsdorfs Bürgermeister LAbg. Martin Schuster, ÖLAKT-Vorsitzender Präsident Andreas Freistetter (LAK NÖ), LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf, Vizepräsident Valentin Zirgoi (LAK Kärnten), Präsident Eugen Preg (LAK OÖ), Präsident Eduard Zentner (LAK Steiermark) und ÖLAKT-Generalsekretär Walter Medosch.